Fabio Vittoria

Hausgemachtes Eis und italienische Kaffeespezialitäten zwischen Bahnhof und Altem Markt

Fabio Vittoria, 2018. Foto: Privatbesitz

1988 trat der damals 30-jährige Fabio Vittoria in die Fußstapfen seines Vaters Angelo (1920-2015). Nach dessen Tod im Jahr 2015 übernahm er, der einen Doktortitel im Fach Wirtschaft vorzuweisen hat, die alleinige Geschäftsführung des Eiscafés Vittoria in der Königstraße 48.

Vittoria, der zwischen Altem Markt und Holstenstraße inzwischen zwei Eiscafés, und ganzjährig wie saisonal einen großen und einen kleinen Eis-Pavillon betreibt, ist für viele Elmshorner*innen ein Original. Der Familienvater, der die Fäden der Geschäftsführung geschickt in den Händen hält, ist nicht nur sympathisch sondern auch innovationsfreudig.

Im Eiscafé Vittoria genießen die Gäste italienisches Eis und besondere Kaffeespezialitäten von Anbeginn an im Sitzen – seit dem Bau der Fußgängerzone 1972 sogar im Freien. Dem von Vater Angelo im Jahr 1961 gegründeten Stammgeschäft in der Kö sollten – bald unter Geschäftsführung des Sohnes – weitere Niederlassungen folgen.

Fabio Vittoria initiierte zahlreiche Umbauten, Erweiterungen und Umgestaltungen seiner Eiscafés. Dafür ließ er sogar mehrfach Mobiliar italienischer Hersteller importieren! In der Saison beschäftigt er 29 Mitarbeiter*innen und begrüßt täglich seine Gäste im Stammgeschäft in der Königstraße. Das Angebot an selbstgemachtem Eis, das in den 1960er Jahren gerade mal sechs Sorten umfasste, erweiterte er auf inzwischen 30 Geschmacksrichtungen.

Angelo Vittoria: Gründer von Eis Vittoria

Wer das Eiscafé in der Königstraße 48 betritt, wird linkerhand vom Bild des Gründers begrüßt: Angelo Vittoria, hier im Jahr 1980. Foto: Privatbesitz

Angelo Vittoria (1920-2015) reiste 1937 erstmals von Italien aus nach Deutschland und eröffnete ein Jahr später in Halle seine erste Eisdiele. 1939 machte man ihn zum Soldaten und schickte ihn zurück in die Heimat.

Von den Erlebnissen des Zweiten Weltkrieges gezeichnet, ließ ihn eines nicht los: die Leidenschaft für Eis! Schließlich stammte er, wie seine Ehefrau Elena Sagui (*1931), die er 1953 ehelichte, aus einer Familie von Gelatieri!

Das Ladenlokal in der Königstraße 48 entdeckte Angelo, als er 1959 auf der Suche nach Räumlichkeiten mit dem Motorrad durch ganz Deutschland fuhr. Am 15. März 1961 eröffnete er in der Königstraße 48 seine erste eigene Eisdiele in Elmshorn.

Die Eismacherkunst ging bei den Vittorias übrigens von Generation zu Generation über. Wie rund 75 Prozent der heutigen etwa 3000 italienischen Eismacher („Gelatieri“) in Deutschland kommt Familie Vittoria aus Val di Zoldo, zwei Tälern in den südlichen Dolomiten. Schon Angelos Großvater Rodolfo verkaufte in dem bei Touristen beliebten Urlaubsort Porlezza (an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz) ab 1925 selbst gemachtes Speiseeis, das er – wie damals üblich – mit dem Eis-Fahrrad transportierte.

P.S.: In Deutschland stellte man Eis übrigens schon ab den 1930er Jahren industriell her. Umso erstaunlicher, dass der Ausbildungsberuf „Speiseishersteller/in“ erst im Jahr 2008 staatlich anerkannt wurde…

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