Stadtmarketing Elmshorn

Innenstädte haben es nicht leicht. Der Online-Handel sowie große Einkaufszentren außerhalb der Stadtgebiete sorgen für einen Rückgang der Besucherzahlen in den Fußgängerzonen. Auch Elmshorn leidet unter diesem Wandel, der sich spätestens seit den 90er Jahren in den meisten deutschen Städten abzeichnet. Um dem entgegenzuwirken haben Unternehmen und Privatpersonen der „Initiative Elmshorn“ Ende der 1990er Jahre das Konzept „Stadtmarketings“ als Lösungsstrategie vorgeschlagen.
Die Initiative setzt sich für Stadt und Menschen, sowie in diesem Fall für eine attraktivere Innenstadt ein. Bereits im Jahr 1998 berichtete das Sondermagazin der Elmshorner Nachrichten „Elmshorn Special“ über die Pläne, einen Marketingverein für diese Zwecke zu gründen.
Mindestens 20 Händler sollten sich zur Gründung des Vereins engagieren. Für ein Mitspracherecht investierten diese alleine oder im Zusammenschluss 5000 Mark in den Verein. Insgesamt verfügte das Stadtmarketing zu Beginn jährlich über 200.000 Mark, auch die Stadt beteiligte sich mit 50.000 Mark.


Einkauf als Event

Auch wenn die Tätigkeitsfelder des Vereins ständig wachsen, ist ein Zentrales Ziel des Stadtmarketings geblieben: das Einkaufen in der Elmshorner Innenstadt attraktiver zu gestalten und den örtlichen Handel zu stärken. Der Einkaufsbummel soll zum Erlebnis werden. Dazu werden Events und Serviceprojekte über das Jahr verteilt im Stadtbild umgesetzt. Heute zählt der Verein 42 Mitglieder. Zu den bekannten Aktionen, die auch Besucher aus den Einzugsbereichen in die Stadt führen, zählen die Elmshorner Musiknacht, die Shoppingsonntage und das beliebte Open-Air Kino am Torhaus im Sommer. Hinter der Neugestaltung des Weihnachtsmarktes und der Eisbahn am Holstenplatz im Winter steht ebenfalls das Stadtmarketing.


Über lange und kurze Wege

Ein langer Weg war es tatsächlich, bis das Stadtmarketing in der heutigen Form entstehen konnte. Am Abend des 9.5.1978 wurde nach mehreren Versuchen über ein halbes Jahr verteilt dessen Vorläufer gegründet – Die „Werbegemeinschaft Elmshorn e.V.“. Durch etwas Überzeugungsarbeit des damaligen IHK-Geschäftsführers Heinz Meyer konnte die Zahl der Mitglieder von zunächst nur sieben im Laufe des Abends auf 21 gesteigert werden. Vorsitzender der Werbegemeinschaft wurde Peter Lund, der Bürgermeister Kurt Semprich versicherte der Unternehmung die volle Unterstützung der Stadt, konkret in finanzieller Form für die Werbemittel.
Dass es sich um eine andere Zeit handelte, zeigt auch ein Blick auf die zentralen Werbemaßnahmen: Eine große Anzahl an Plakaten, Hauswurfsendungen und PKW-Aufklebern versprachen die Einkaufsmöglichkeiten der Krückaustadt bei den umliegenden Gemeinden populär zu machen.
Für Aufsehen sorgte in diesem Zusammenhang das berüchtigte Plakat mit dem Slogan „Elmshorn – Einkaufsstadt der kurzen Wege mit mehr als 1000 Parkplätzen“. Zu sehen ist eine Frau, die splitternackt aus einem Auto aussteigt um scheinbar nur Sekunden später bestens eingekleidet und mit mehreren gefüllten Einkaufstaschen die Heimreise anzutreten.
Sogar eine überregionale Boulevardzeitung berichtete von dieser Werbeaktion, die somit als großer Erfolg gesehen werden kann.

Das berüchtigte Plakat von 1978. Ein Original ist momentan in der Abschlussausstellung im Industriemuseum zu sehen.


Ende und Anfang

Trotz vieler gelungener Aktionen und Investitionen der Werbegemeinschaft schwankt die Mitgliederzahl in den folgenden Jahren stark und geht Ende der 80er Jahre deutlich zurück.
Als möglicher Grund dafür wird die wachsende Anzahl der Filialbetriebe in der Königstraße genannt, deren Geschäftsführer*innen sich selten in der Werbegemeinschaft engagieren. Die geringe Beteiligung sowie die damit einhergehende fehlende Finanzierung führte letztendlich zur Auflösung des Vereins im Jahr 1990.
Schon zu dieser Zeit zeichnete sich auch die Gründung der „Initiative Elmshorn“ ab, einer Gemeinschaft aus Unternehmen und Persönlichkeiten Elmshorns mit ähnlichen Zielen aber einer deutlich höheren Finanzkraft. Seit dem Jahr 1991 arbeitet die Initiative in und für Elmshorn, sie zählt wie auch die Stadt Elmshorn zu den Mitgliedern des Stadtmarketing-Vereins.

Im Jahr 1999 wird nach einiger Vorlaufzeit unter Bürgermeisterin Brigitte Fronzek das „Stadtmarketing Elmshorn e.V.“ gegründet, um der Elmshorner Einkaufszone das Image der „grauen Maus“ zu nehmen. Den neu erschaffenen Posten der Stadtmanagerin nimmt die damals 29-jährige Bengta Sievers ein. Mit der Orientierung an den Bedürfnissen der Bürger*innen ist es ihre Aufgabe, zielgruppenorientierte Stadtmarketingkonzepte,  Aktivitäten zur Verbesserung des Images der Stadt sowie ein Leitbild zu initiieren und begleiten.


Scroll to Top