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Leder Bruhns

Von 1934 bis 1995 befand sich in der Königstraße 30 das Ledergeschäft der Familie Bruhns (später Massur). Foto: P. Koopmann, StA Elmshorn

Auch wenn das Geschäft vor mittlerweile 25 Jahren endgültig seine Türen in der Königstraße schloss, ist „Leder Massur“ noch heute vielen Elmshorner*innen ein Begriff. Einige betraten das Ladengeschäft zum ersten Mal als ABC-Schütz*in gemeinsam mit den Eltern, um sich einem Ranzen für die beginnende Schullaufbahn auszusuchen. Andere wussten im Erwachsenenalter das umfangreiche Sortiment hochwertiger (nicht nur) Lederartikel zu schätzen.

Das Lederwarenkaufhaus Bruhns ist das größte seiner Art im Kreise Pinneberg.

Elmshorner Nachrichten vom 10. August 1960
Noch sind die Kriegsschäden an den Nachbargebäuden gut ablesbar. Leder-Bruhns im Jahr 1948. Foto: Privatbesitz

Als Leder Massur zum Jahresende 1995 seine Filiale in Elmshorn schloss, konnte das Geschäft auf eine mehr als hundert Jahre alte Firmengeschichte zurückblicken, die als jene Heinrich Bruhns begann: Bereits 1890 begann er damit, Schuhmacher mit den von ihnen benötigten Ledern zu versorgen und lieferte ihnen zur Weiterverarbeitung unter anderem gefertigte Lederschäfte. Bruhns Sohn Friedrich übernahm 1919 die Geschäfte und baute den Vertrieb zu einem Großhandel aus. 1934 eröffnete er mit seiner Frau Magda einen Lederfachhandel in der Königstraße 30.

1946 stieg ihr Schwiegersohn in das Geschäft ein. Der 1913 geborene Georg Massur lernte von 1929 bis 32 Kaufmann für Eisenhandel, Geschenkwarenartikel und Elektrowaren. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges beantragte er 1949 beim Ordnungsamt der Stadt Elmshorn, ein Einzelhandelsgeschäft für Leder, Lederwaren, Schuhmacher- sowie Sattlerbedarfsartikel und Galanteriewaren eröffnen zu dürfen. Standort für das geplante Geschäft sollte ein Hinterhaus in der Königstraße 30 sein. Der Einzelhandel in Richtung Probstenfeld sollte sich unmittelbar dem Laden für Großabnehmer*innen der Schwiegereltern anschließen. Noch Ende des Jahres – nach Bewilligung der Einrichtung eines entsprechenden Geschäfts – zog Massur seinen Antrag zurück und fasste stattdessen gemeinsam mit seiner Frau Ilse in Eutin Fuß. Dort eröffneten sie einen weiteren Großhandel, der Bedarfsartikel für Schuhmacher vertreib.

Friedrich und Magda Bruhns lebten bis in die 1960er Jahre hinein über ihrem Ledergeschäft in der Königstraße. Foto: P. Koopmann, StA Elmshorn

Sowohl das Stammhaus in der Königstraße als auch das Eutiner Unternehmen erweiterte sich in den kommenden Jahren um Lederwarenfachgeschäfte für Privatkund*innen. Neben Lederwaren fanden sich nun auch Porzellan und Geschirrartikel in dem Sortiment wieder. Mit dem Verschwinden der örtlichen Schuhmacherbetriebe, wurde der Verkauf von Artikeln für den Schuhmacherbedarf in den 1960er Jahren eingestellt.

Neben Lederwaren und Geschirr hatte das Lederhaus Massur auch Schulranzen im Sortiment. Werbeanzeige aus den Elmshorner Nachrichten, 1980er Jahre

Nachdem Friedrich und Magda Bruhns 1965 starben, leiteten Ilse und Georg Massur von Eutin aus auch das Stammhaus in Elmshorn. In vierter Generation übernahm Wilhelm Massur 1990 die Geschäfte und pendelte zwischen den Standorten Eutin und Elmshorn, bis das Lederhaus Massur in der Königstraße am 31. Dezember 1995 schloss.

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