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Salamander Schlüter im Zweiten Weltkrieg: Neubau und Aufstockung des Hauses

Ein Bild der Zerstörung nach dem Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1943 (von rechts nach links): Zu sehen ist der Straßenzug Königstraße mit den Hausnummern 6-8 (Café Schrader), 10 (Salamander), 12-14 (Apotheke Knauer) und die Häuser 16-18. Foto: StA Elmshorn, Fotograf: P. Koopmann
Das Wohn- und Geschäftshaus Königstraße 10 vor 1943.
Foto: Privatbesitz

Auch Salamander Schlüter wurde vom Zweiten Weltkrieg hart getroffen. Im August 1943 zerstörten die Bombenangriffe auf Elmshorn das Gebäude Königstraße 10, die Räumlichkeiten brannten vollständig aus. Doch schon im November 1943 verkauften Schlüter schon wieder Schuhe, bis 1948 aus provisorischen Geschäftsräumen in der Königstraße 32.

Am 10. August 1948 – gerade mal zwei Monate nach der Währungsreform – präsentierte Salamander Schlüter schließlich an alter Stätte ein neues Ladengeschäft in einem eingeschossigen Neubau.

Menschenschlangen bei der Wiedereröffnung der Salamander-Filiale am 10. August 1948. Gegen 10 Uhr vormittags sollen bereits tausende Kauflustige anwesend gewesen sein. Ein starkes Polizeiaufgebot regelte die Ordnung. Die Verkaufsleitung ließ nummerierte Aufrufmarken ziehen.
Foto: StA Elmshorn
Innenausstattung nach dem Neubau im Jahr 1948. Foto: Privatbesitz

Mit dem Zwischenverkauf und dem neuen Laden kam Schlüter einem allgemeinen Bedarf entgegen, waren doch direkt nach dem Zweiten Weltkrieg Gebrauchsgüter wie Schuhe zunächst noch schwer zu bekommen. Viele gaben ihre Schuhe, teilweise mehrfach, zur Reparatur.

Das Wirtschaftswunder, das mit einer allgemeinen Verbesserung der finanziellen Lage in deutschen Haushalten einherging, führte dazu, dass sich die Elmshorner*innen nun wieder vieles leisten konnten. So auch neue Schuhe!






Weil der Reparaturbetrieb sich aufgrund dieser Entwicklung bald nicht mehr lohnte und Walter Schlüter außerdem das Rentenalter erreicht hatte, gab er 1951 die parallel zum Schuhgeschäft betriebene Reparaturwerkstatt auf. Fortan konzentrierten sie sich nur noch auf den Schuhverkauf: 1958 stockten sie das ursprünglich eingeschossige Geschäftshaus um drei weitere Geschosse auf und richteten dort Dreizimmerwohnungen ein. Im Erdgeschoss waren Laden und Werkstatt untergebracht, im ersten Stock wohnten Walter Schlüter und Frau, in den vierten Stock zog 1962 Familie Herbert Schlüter ein. Seit der Neueröffnung des Ladens am Sonntag, 26. April 1959 prangte die erste Leuchtanzeige – in der Farbe „klarweiß“ – über dem Eingangsbereich.

Der Eingangsbereich im Jahr 1959. Seit der Aufstockung des Gebäudes im Jahr 1958 gab es eine auch eine Leuchtanzeige. Die Eingangsbereiche wurden im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erneuert oder umgestaltet. Foto: Privatbesitz

1958 wurde das ursprünglich einstöckige Ladengeschäft um drei weitere Geschosse ergänzt. Hier ein Einblick in einen der neuen Verkaufsräume im Erdgeschoss. Das Rauchen während der Abprobe war bis in die 1970er Jahre erlaubt. Offensichtlich sollte es den Kund*innen an nichts fehlen!
Foto: StA Elmshorn, Fotograf: P. Koopmann

Ab Mitte der 1960er Jahre durfte Salamander Schlüter auch Waren anderer Hersteller verkaufen. Sie nahmen die Schuhmarken Gabor, Lloyd, Ara, später auch die schweizer Marke Bally ins Sortiment auf.

Werbeanzeige Schuhhaus Schlüter, 1959. Heimatadressbuch Landkreis Pinneberg. Sammlung IME

Bewegte 1960er Jahre: Flutkatastrophe und Umbau des Geschäftshauses

Herbert Schlüter (1923-2003). Foto: Privatbesitz

1961 trat Herbert Schlüter (1923-2003), Walters Sohn, als Mitinhaber in die Firma ein. Kurz darauf musste er seinen Geschäftssinn unter Beweis stellen. Am 16. und 17. Februar 1962 kam die Flutkatastrophe über Elmshorn. Das Wasser stand ein Meter hoch im Laden und ein großer Teil der Warenvorräte wurde dabei vollständig zerstört. Aus den zerstörten Schaufenstern starteten Schlüters einen „nasse Schuhe“-Räumungsverkauf. Um weitere Schäden an der Bausubstanz zu verhindern und mehr Waren präsentieren zu können, nutze Herbert Schlüter die Gelegenheit zum Ausbau. Zwischen 1962 und 1964 vergrößerte er die Verkaufsfläche abermals.

Blick in die Königstraße nach der Sturmflut 1962, rechts Salamander Schlüter. Die Wassermassen zerstörten die Ladeneinrichtung, Schaufenster und Waren. Wie bei vielen anderen Geschäftsbetreibern gab es bei Schlüter einen Räumungsverkauf. Foto: Privatbesitz

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