Irma Storz

Irma Storz (in erster Ehe Rosenberg) – Wollwarengeschäft in der Königstraße 39

Irma Storz führte in der Königstraße ein „Handarbeits-Spezialgeschäft“. Sammlung IME

Der Handarbeitsladen von Irma Storz war seit seiner Eröffnung im Januar 1923 für viele Elmshorner*innen die Anlaufstelle in Sachen Handarbeiten, zunächst in der Peterstraße 28, später hier in der Königstraße 39. Irma Storz wurde 1888 in Kiel geboren, kam mit 33 Jahren nach Elmshorn.

Von ihrem Vater bekam sie Geld, mit dem sie ihr Geschäft gründete. So wurde aus dem Hobby ihr Beruf. Die selbstbewusste Frau führte ihr Geschäft sehr engagiert, stets die erste und letzte im Laden. Sie beherrschte sämtliche Handarbeitstechniken, vom Spitzenklöppeln über Hardanger bis zur Schiffchenarbeit (mit Elfenbeinschiffchen wurden Spitzenumrandungen für Taschentücher im Stück gearbeitet) und konnte daher ihren Kundinnen gute Tipps geben. Neben ihren Fachkenntnissen wurde ihr auch ein ausgezeichneter Geschmack bescheinigt. So entwarf sie als Kunstschneiderin Kostüme. Von den Erträgen des Ladens konnte sie mit ihrer Familie leben, beschäftigte neben den mitarbeitenden Familienangehörigen sogar eine Angestellte. Sie lebte sehr bescheiden, nur die Einnahmen, die sie mit dem Garnieren von Gobelinkissen erzielte, verwendete sie jedes Jahr, um „zum Auftanken“ nach Büsum zu fahren.

Irma Storz hält einen Wandteppich hoch. Auf dem Wandteppich sitzen drei Männer. Einer hält eine große Perle hoch. Als Unterschrift steht auf dem Teppichmotiv: „Perle der Weisheit Albert Schmider“. Foto: Sammlung IME

Ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1947, als Mangel an jeglichen Materialien herrschte, berichtet über verschiedene Messen wie z.B. die Exportmesse in Hannover, auf denen Frau Storz Kunsthandwerk ausstellte. Nach Vorlagen aus Museen und alten Büchern fertigte sie Decken und Wandbehänge aus alten Säcken, manchmal auch aus einem Stück Bastmatte oder Rupfen. Als Garn verwendete sie aufgetrennte Zuckersäcke, die sie einfärbte. Sogar aus New York kam eine Anfrage.

Werbeanzeige aus dem Elmshorner Adressbuch von 1959. Sammlung IME

Noch mit 84 Jahren war sie die Seele des Geschäfts. Ihr Sohn Hermann Schmidt übernahm nach dem 50 jährigen Geschäftsjubiläum die Firma. Bis zum 90. Geburtstag blieb sie in ihrem geliebten Laden. Trotz der zwei bis vier Schachteln Zigaretten und ihrer vier Flaschen Bier während der Geschäftszeit wurde sie 92 Jahre alt. Später wurde der Laden von einem Nachfolgern geführt, an die Hermann Schmidt das Geschäft verkaufte.

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