St. Nikolai-Kirche am Alten Markt

Besonderes Kulturdenkmal

Baudaten
14. Jahrhundert
Bau der Kirche mit Turm
14. Jahrhundert
1657

weitgehende Zerstörung der Kirche

1657
1660/61
Wiederaufbau der Kirche ohne Turm
1660/61
1733

 südlicher Anbau „Neue Kirche“

1733
1881

Turmbau im neugotischen Stil durch den Architekten Hillebrandt aus Hannover

1881
1912

Instandsetzung und Umbau der Kirche im einheitlich barocken Charakter nach Entwurf des kaiserlichen Baurats Kröger, Berlin

1912
1952

Dächer neu gedeckt

1952
1953

Reparaturen am Turm

1953
1960

Turmhelm verändert und kupfergedeckt

1960

Die dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer, geweihte Kirche liegt an der Südostecke des ehemaligen Marktplatzes. Hier kreuzten sich die von Barmstedt, Itzehoe und von Uetersen kommenden Landstraßen. Der ursprüngliche Bau war eine gotische Saalkirche aus Backstein, die um die Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut worden ist und vermutlich einen massiven Turm besaß. 1657 wurde ganz Elmshorn durch Truppen des Königs Karl X. Gustav von Schweden verwüstet und somit auch die Kirche weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau der einschiffigen, im Kern noch gotischen Saalkirche aus Backstein, erfolgte 1660/61. Bereits 1733 erforderte der Bevölkerungsanstieg Elmshorns die Erweiterung der Kirche durch einen südlichen Anbau. Ein weiterer geplanter Anbau in gleicher Weise an der Nordseite ist nie ausgeführt worden. 1880/81 erhielt die Kirche endlich wieder einen Turm, nach den Plänen des Architekten Hillebrandt aus Hannover, im neugotischen Baustil.

1897 gründete sich in Elmshorn ein Kirchenbauverein, dessen Mitglieder für einen Neubau der Kirche plädierten, da der Bauzustand der Kirche sehr schlecht war. Auch der damalige Provinzialkonservator Haupt äußerte sich in seinem Gutachten gegen den Erhalt der Kirche, da dieser Bau „nicht von namhafter geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung“ sei. 1908 beschloss das Kirchenkollegium den Abriss der baufälligen Kirche – nur der Turm sollte stehen bleiben und in den Neubau einbezogen werden. Eine unerwartete Wende bahnte sich 1910 durch Fürsprache des „Schleswig-Holsteinischen Bundes für Heimatschutz“ an, der sich für den Erhalt der Kirche einsetzte.

Nach vielen Beratungen, unter anderem mit dem Konservator für Kunstdenkmäler in Berlin – Regierungsrat Blunk – entschieden sich 1912 der Kirchenvorstand und der Magistrat für die Erhaltung und die Instandsetzung der alten Kirche. Bei diesen Arbeiten erhielt der Außenbau und der Innenraum der Kirche einen einheitlichen barocken Charakter, so dass Alt und Neu heute nur schwer zu unterscheiden sind. Neben der Beseitigung gotischer Bauformen und einer einheitlichen Ausmalung (außer der Emporenbilder) von Prof. Oetken aus Berlin, wurden nun auch Zentralheizung und elektrische Beleuchtung eingebaut.

Die Bewahrung der St. Nikolai-Kirche in Elmshorn vor dem Abriss im Jahre 1912 ist das früheste Beispiel für den Erhalt eines historischen Gebäudes in der Elmshorner Stadtgeschichte infolge der Zusammenarbeit von denkmalpflegerischen Institutionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Allerdings zeigen die unterschiedlichen Bewertungen der damaligen Denkmalpfleger Haupt und Blunk auch das Problem der Einstufung dessen, was überhaupt ein Denkmal ausmacht.

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